Außergewöhnlich entscheiden …

„ … der Mensch ist Gefangener, Sklave der Welt. Seine Herrschaft ist Illusion; die Technik ist die Macht, mit der die Erde nach dem Menschen greift und ihn bezwingt. Und weil wir nicht mehr herrschen, darum verlieren wir den Boden, darum ist die Erde nicht mehr unsere Erde, darum werden wir erdfremd. Wir herrschen aber darum nicht, weil wir die Welt nicht als Gottes Schöpfung kennen und weil wir unsere Herrschaft von Gott her empfangen, sondern selbst an uns reißen. … Es gibt kein Herrschen ohne den Dienst an Gott …“

​​​​(Bonhoeffer, Schöpfung und Fall, DBW Bd.III,62f)

ERSTER! LETZTER!
So spricht der Herr, der König Israels, und sein Erlöser, der Herr Zebaoth: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.
(
Jesaja 44,6; Jesaja 45,5a; Jesaja 48,12f)

EINZIGARTIG INNOVATIV
Gottes Einzigartigkeit, Souveränität und Herrscherqualität zeigt sich nicht nur in seinen Statements, sondern in seinem einerseits von jedem menschlichen Einfluss unabhängigen Verhalten, dass andererseits jedoch häufig untrennbar und sehr persönlich mit menschlichen Biografien verwoben und vernetzt ist. Gott weiß wer er ist und was er will. Daher geht er sehr zielorientiert vor. Wenn wir uns das einmal von der strategischen organisatorischen Seite anschauen, dann verblüfft manche Beobachtung. Viele tausend Jahre lässt sich Gott Zeit mit seinem Besuch obwohl die Dringlichkeit von Anfang an bestand. Oder anders gesehen. Viele 1000 Jahre sucht er einen geeigneten Zeitpunkt, um zu intervenieren. Tabula Rasa und Neustart haben in der Heilsgeschichte eine gewisse Kontinuität.

EINZIGARTIG FÜRSORGLICH
Nach der fristlosen Kündigung im Garten Eden versorgt Gott seine Ex-Mieter und ihre Gänsehaut noch nicht mit Daunenfedern, weichen Kissen und Softschaummatratzen aber mit wärmenden, schützenden Kleidungsstücken tierischen Ursprungs. Nachdem die ersten Eltern mit ihrer Pädagogik versagt haben und einer ihrer Jungs auf die schiefe Bahn gerät, begnadigt Gott den Mörder. Die Entwicklung nimmt trotz Begnadigung immer katastrophalere Züge an und endet in einer triefnassen Tabula Rasa mit anschließendem Neustart einer Reedereifamilie.

Der Neustart scheint verheißungsvoll doch schon zu Beginn sorgt der Alkohol bei dem Ex-Matrose, der sich jetzt als Winzer probiert für ein neues Familienchaos. Das Chaos wird mit dem Burj Khalifa 1.0 auf die Spitze getrieben und endet im Kommunikationsdesaster von Babel. Missverständnisse, Egoismus, die fehlende gemeinsame und einheitliche Überzeugung waren schon damals an der Tagesordnung, denn jeder ging seiner Wege.

EINZIGARTIG INDIVIDUELL
Und so sieht der Neustart Gottes an dieser Stelle auch dementsprechend aus. Er beginnt individualistisch mit einem Chaldäer noch einmal ganz von vorne. (Chaldäa oder Galiläa Gott scheint ein Faible für die ab gelegensten Ecken der Welt zu haben) Und tatsächlich, diesmal sieht es wirklich erfolgsversprechend aus, weil sich da ein Mensch auf den Schöpfer per Vertrag (Bund) einlässt und ihm vertraut. Aber auch diese Bundesgeschichte oder Familientragödie der Nachkommen Abrams ist durchzogen von Tabula Rasas und Neustarts en mas.

KONZENTRATION AUF DAS WESENTLICHE
Bis eines Tages eine Futterkrippe zweckentfremdet wird und ein Neustart ohne Beispiel folgt. Jetzt liegt der kleine Jeshua aber nicht mit einem Strategiepapier in der Krippe und spricht mit 3 Jahren schon 12 Sprachen fließend, sondern er nimmt sich dreißig Jahre Zeit zum Lernen. Ohne Auslandserfahrung. Ohne Abitur. Dreißig Jahre. Da ist mancher Bundesligaspieler schon in Rente. Was kann man in 30 Jahren alles auf die Beine stellen? Jeshua aus Nazareth verwendet lediglich drei Jahre für konzentrierten Aktionismus. 30 zu 3 Das ist ein interessantes Verhältnis von 10 zu 1. Lernen und Handeln. Schweigen und Reden. Entschleunigtes Leben in der Abgeschiedenheit und öffentliche Präsenz in einer atemlosen Gesellschaft. Drei Jahre, in denen er nicht aus der Provinz rauskommt und dennoch die Welt so nachhaltig verändert wie niemand vor ihm. Drei Jahre, in denen er sich nicht ablenken, nicht durcheinanderbringen lässt, sondern sein Ziel verfolgt, weil er dreißig Jahre gelernt hat sich zu fokussieren.

NEUANFANG AUßERGEWÖHNLICH
Durch die Gnade Gottes schmeckt er den Tod vollendet sein Leben im Leiden am Kreuz und wird so zum Begründer des Heils (Hebr2). Mit der Auferstehung legt Jesus einen Neustart hin, der nicht mehr zu überbieten ist, aber spannend genug als Wiederholung für die Anhänger des neuen Weges. Jeder Neustart hat seine leidvolle Vorgeschichte, seine Notwendigkeit im zerbrochenen Gestern, seine präzise und durchdachte Vorbereitung sowie seine Auswirkungen im Heute und Morgen.

JESUS ÜBER DIE SCHULTER SCHAUEN – LEBE AUßERGEWÖHNLICH
Lernen und Handeln am Beispiel Jesu zeigt ein Verhältnis, das lehrt manche voreilige Aktion vielleicht doch noch einmal auf ihren zielführenden Charakter hin zu überprüfen, manchen überflüssigen Termin doch wieder aus dem Kalender zu streichen, auf manches unbedachte Wort oder oberflächlichen Auftritt in der Öffentlichkeit zu verzichten und den eigenen mehr oder minder mächtigen Einfluß in unsere kleinen Welten hinein nicht nur von den eigenen Bedürfnissen, Vermutungen und Befürchtungen, sondern wieder neu von der Menschenfreundlichkeit Gottes und seinen Führungsqualitäten und Wertvorstellungen bestimmen zu lassen. Den Wert des Wassers lernt man in der Wüste besonders schätzen, den Wert des Lichtes in der Dunkelheit, den Wert des Lebens in der Nähe des Todes, den Wert der Freiheit in der Abhängigkeit von IHM.

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