Hallo Ihr Lieben!
Die versprochenen nächsten Nachrichten sind da! Mit ganz lieben herbstlichen Grüßen aus Santiago 🙂
Ja, richtig gehört, Herbst! Ganz schön seltsam für mich, an regnerischen Tagen liegt auf den Bergen sogar schon Schnee, den wir von hier unten sehen können. Also genießt das vielleicht erste Eis dieses Jahres auf der Terrasse und viel Spaß beim Lesen!
RUBI, die Kidsministry…
ist mein Schwerpunkt und kann manchmal ganz schön anstrengend sein! Ihr glaubt nicht, wie viel Energie ich benötige, um die zwei Stunden Programm mit den Kindern zu bewältigen! Aber es ist auch unglaublich wertvoll, zu wissen, dass wir eine Veränderung in das Leben dieser Kinder bringen. In unserer Gruppe sind meistens um die fünfzehn Kinder und alle unter zwölf Jahre alt. Normalerweise starten wir mit einem Spiel, dann erzählen wir eine biblische Geschichte und basteln anschließend etwas mit den Kindern zu diesem Thema. Manchmal ist es das reinste Chaos und ich denke mir, die Kinder können überhaupt nichts verstanden haben, aber dann überraschen sie mich mit ihren interessierten Fragen zur Geschichte. Ein andermal, als wir mit den Kindern beten wollten, hat ein Mädchen gefragt, ob sie laut für alle beten könne, das hat mich riesig gefreut! Ein anderes Mädchen hat mir das Freundschaftsarmband geschenkt, das sie gebastelt hat, als wir über Jesus und seine Freunde gesprochen haben.
Es ist einfach wunderschön, zu sehen, wie das Vertrauen der Kinder langsam wächst, wie sie sich freuen, wenn sie eine Umarmung bekommen und wie einige trotz aller Verletzungen in ihrer Vergangenheit einen kindlichen Glauben haben und einfach vertrauen. Denn viele von ihnen haben sehr krasse Geschichten erlebt! Es hat mich so getroffen, zu hören, dass ein Junge von seiner Familie mit Stromschlägen traktiert wurde, ein anderes Mädchen hat sehr wahrscheinlich sexuellen Missbrauch erlebt.
Betet für diese einzigartigen Kinder, dass sie Gott als ihren liebenden Vater kennen lernen dürfen und ihre Herzen heilen!
Agapé…
ist die Ministry mit den Obdachlosen. Einmal die Woche, jeden Donnerstag Abend, gehen wir zu einem staatlichen Zentrum für Obdachlose, in dem sie für drei Monate unterkommen können und mit Hilfe begleitet die Chance haben, ein neues Leben aufzubauen. Eine zweite Gruppe geht zum nahegelegenen Krankenhaus, in dessen Eingangsbereich viele Obdachlose ihr Nachtlager aufschlagen, weil es dort sicherer ist als an den meisten anderen Orten. Jetzt, da es fast schon Winter ist und die Temperaturen nachts ziemlich fallen, werden der warme Tee und die Brötchen mit Schinken und Avocado, die wir mitbringen, ziemlich freudig begrüßt. Es tut mir weh, zu sehen, wie diese Leute in der Eiseskälte übernachten und sich aus alten Pappkartons und dreckigen Decken ein Nachtlager bauen. Viele erzählen von Verlust, von Süchten und Aussichtslosigkeit. Aber umso mehr freut es mich, wenn wir die Chance haben, über unsere Hoffnung in Jesus Christus zu berichten und wir für einzelne Personen beten können.
Die Geschichte der Frau im unteren Bild hat mich sehr berührt, eigentlich kam Juanita nach Chile, um hier Arbeit zu finden. Da sie keine Papiere hat und deswegen schwarz beschäftigt war, kann sie ihren Arbeitgeber, der nichts ausbezahlt hat, rechtlich nicht belangen. Wir waren gerade im Gespräch mit ihr, als ein anderer betrunkener Obdachloser auf unsere Gruppe zukam und ihren Tee und ihr Brötchen wollte. Und sie hat ihn angelächelt, ihm den Tee in die Hand gedrückt und das Brötchen in zwei Hälften geteilt! Ich finde diese Einstellung echt bewundernswert, ich glaube, wir alle können viel von ihr lernen! Am Schluss konnten wir noch mit ihr beten und sie hat ihr Leben Jesus übergeben!!! So genial! Ihr dürft auch für sie gerne beten.
Unterricht!!!
Schon wieder, gerade eben habe ich doch erst die Schule beendet! Ja, richtig gelesen, das ist auch ein Part meines Lebens hier, zwei mal die Woche habe ich Spanischunterricht und sogar eine Prüfung jeden Monat. Die anderen drei Vormittage immer wieder ein anderes Thema, zur Zeit zum Beispiel Apologetik: wie verteidige ich meinen Glauben mit Argumenten. Der Vers aus 1. Petrus im Briefkopf gibt uns dazu sogar den Auftrag, Rede und Antwort zu stehen, wenn uns jemand fragt. Und wenn wir die lebensrettende Wahrheit kennen und nicht davon weitererzählen, sind wir dann nicht grausam?
Das hat mich ziemlich zum Nachdenken gebracht. Wir haben uns noch mit anderen Fragen auseinandergesetzt, mit denen wir als Christen konfrontiert werden: Ist die Bibel vertrauenswürdig? Ist Jesus wirklich auferstanden? Und was sagt Gott zu sexueller Vielfalt?
Alles sehr interessante Themen, ich möchte euch ermutigen, in der Bibel nachzuforschen und euch darüber auszutauschen. Es lohnt sich!
Wie ist es eigentlich in Chile?
Das werde ich oft gefragt. Anders als in Deutschland, na klar. Was mir bis jetzt aufgefallen ist: die Menschen sind allgemein sehr viel offener und freundlicher, wenn man sie zum ersten Mal trifft. Du wirst zu einem Grillabend eingeladen, zusammen Essen gehen,… Aber bis das dann wirklich zustande kommt, braucht es ewig. Tiefere Beziehungen mit den Chilenen zu entwickeln ist schwer und braucht viel Zeit. Das ist nicht nur meine Erfahrung mit den Menschen in meiner Kirche, auch andere Teammitglieder haben mir das bestätigt.
Hier wird übrigens fast jeder mit Umarmung und Kuss auf die rechte Wange begrüßt! Daran musste ich mich erst gewöhnen.
Und das Essen hier ist extrem: sehr viel Salz, sehr viel Zucker oder sehr viel Mayonnaise! Completos sind wahrscheinlich das chilenische Nationalgericht! Im Prinzip sind das Hotdogs mit Guacamole.
Die Berge sind fast von überall zu sehen, wunderschön!
Und sonst so?
Sonst steht in den nächsten Monaten ziemlich viel an: eine Woche in einer chilenischen Familie, eine Gebetsnacht, die wir organisieren dürfen und ein Einsatz im Süden von Chile. Und die Ministries sind natürlich auch noch da.
Über all das berichte ich dann aber in den kommenden Briefen!
Genießt euren Frühsommer und vergesst mich hier im jetzt ziemlich kalten Chile nicht 🙂
Ganz liebe Grüße,
Rabea
Gebetsanliegen
Bitte
- Für Gottes Schutz für die Kinder im Heim und dass ER ihre Herzen berührt
- Dass wir als Team besser kommunizieren lernen und alle Streitigkeiten klären können
- Für Juanita, dass sie zu ihrer Familie zurück kann
- Dass Gott mich hier in Chile gebraucht und verändert
Danke
- Für die Möglichkeit, an diesem Programm teilnehmen zu können
- Für das Leben von jedem einzelnen der Kinder
- Für Juanita, dass sie ihr Leben Jesus übergeben hat
- Für die schönen Herbsttage hier, die Gottes Schöpfung strahlen lassen
Danke
Vielen Dank für eure Unterstützung im Gebet!
Gerade dort, wo der Heilige Geist am Werk ist, will der Feind intervenieren!
Gebet ist eine mächtige Waffe und kann unglaublich viel bewirken, deshalb sind eure Gebete so wichtig! Ich danke euch von ganzem Herzen für euren Beistand!
Und vielen Dank an alle, die mich mit Spenden unterstützen!
Gott segne euch reichlich für alle eure Spenden.






