Hola mis amigos!
Nun melde ich mich mal wieder bei euch:)
Den Winter habe ich gut überstanden und der Frühling fühlt sich mit 25° mittags eigentlich auch eher nach Sommer an. Der wirkliche Sommer wird dann echt heiß!
Die Woche in einer chilenischen Familie ist übrigens ins Wasser gefallen, weil sich nicht genügend Familien für jeden Studenten gefunden haben, das war ziemlich schade. Aber ich habe dennoch genügend zu berichten von unserem Outreach und der Gebetsnacht…
Outreach!!!
Vor dem Outreach war ich echt angespannt, weil ich keine Ahnung hatte, was mich erwartet. Unsere Leiter meinten, wir sollten uns auf das Schlimmste einstellen: Auf dem Boden zu schlafen, Eimerduschen zu nehmen, im Regen zu arbeiten und eine Woche lang Brot und über dem Feuer gekochte Bohnen zu essen.
Im Endeffekt war es nicht so schlimm. Wir waren in einem kleinen Dorf auf dem Land, etwa acht Stunden südlich von Santiago. Die Lebensbedingungen waren relativ einfach, aber die Leute dort waren total gastfreundlich. Meine Freundin und ich hatten sogar ein ziemlich bequemes Bett und auf dem Weg zum Klohäuschen konnten wir einen wunderschönen Sternenhimmel bewundern.
Der eigentliche Plan war, der Gemeinde von Mapuche, das sind die Ureinwohner hier in Chile, durch den Bau eines Klos und einer Küche praktisch zu helfen und ansonsten Hausbesuche bei Gemeindemitgliedern zu machen. Da allerdings bei unserer Ankunft keinerlei Baumaterial oder Geld dafür zur Verfügung stand, mussten wir kurzfristig unseren Plan dort ändern. Wir haben fast jeden Tag einen Gottesdienst besucht und das war eine komplett neue Erfahrung für mich: Während der Predigt gab es viele “Halleluja“ und “Gott hilf uns“ Zwischenrufe, beim Gebet kamen einige Leute nach vorn und knieten dort nieder und andere Gemeindemitglieder kamen dazu und beteten für sie. Die Frauen trugen alle immer Röcke und die meisten Kinder saßen im Chor vorne und spielten ein Instrument, Gitarre, Mandoline, Banjo,… Der Gottesdienst ging einmal fast drei Stunden und gefühlt hundert mal standen die Leute auf, um ein “Gloria a Dios“ zu rufen.
Es hat mich so beeindruckt, mit welcher Freude und Leidenschaft die Gemeinde den Gottesdienst gefeiert hat, und das fast jeden Tag. Ich habe richtig die Freude des Heiligen Geistes spüren können. Und auch beim Thema Gastfreundschaft will ich mir die Gemeinde dort zum Vorbild nehmen. Sie haben selbst nicht viel, aber was sie haben, das haben sie mit uns geteilt. Wir haben diese Woche sogar besser gegessen als in Santiago, die Frauen haben für uns traditionelle Gerichte gekocht und die Hühner für uns geschlachtet.
Die Landschaft war fantastisch! Die schneebedeckten Berge im Hintergrund und rundherum Wald und mehrere Flüsse waren wunderschön und wir konnten die Natur einfach genießen. Und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben geangelt.
Am Ende wurden wir so sehr gesegnet durch diesen Outreach! Ich kam mit der Erwartung, anzupacken und zu helfen, und schlussendlich habe ich so viel mehr von den Geschwistern gelernt. Es begeistert mich, dass unsere Kultur und Art, den Gottesdienst zu feiern, so verschieden sind, aber wir denselben Gott anbeten.
Und dass wir ein Körper in Christus sind!
Die Gebetsnacht…
war wirklich eine Gebetsnacht! Von 10 Uhr abends bis 7 Uhr morgens waren wir in einer Kirche versammelt, um für die vom Gospel am wenigsten Erreichten zu beten. Als Studenten zusammen haben wir vorher alles organisiert: verschiedene Kirchen eingeladen, das Programm gestaltet und vorbereitet und das Essen für die Pausen und das anschließende Frühstück gekauft. Da ich verantwortlich für die Küche war und somit alles vorbereiten und aufräumen musste, konnte ich leider nicht so viel Zeit beim Programm selbst dabei sein, was ein bisschen schade war. Was ich allerdings ziemlich eindrücklich fand, war für die verfolgte Kirche zu beten. Alle Lichter waren ausgeschaltet und wir sahen ein Video über Christen, die aufgrund ihres Glaubens brutal zusammengeschlagen werden und blutend am Boden liegen. Fast der ganze Raum lag auf Knien im Gebet für unsere Geschwister im Herrn, die soviel erleiden müssen! Wir haben für die fünf Länder gebetet, in denen die Verfolgung am härtesten ist. Nach und nach hat sich der Raum dann erhellt durch die Kerzen, die wir unterm Kreuz angezündet haben. Genauso, wie unsere Gebete Kraft haben und unsere Geschwister dort stärken und ihnen Hoffnung geben.
Neue Einblicke
Eine Woche lang hatten wir Islam als Thema im Unterricht. In diesem Rahmen haben wir auch die Moschee hier besucht und durften das Nachmittagsgebet miterleben, eine interessante Erfahrung. Allerdings hat es mich tief getroffen, zu sehen, wie zehnjährige Jungen den ganzen Koran auswendig lernen und die Männer voll Überzeugung beten, aber alles wertlos ist. Und wir als Christen, die die Wahrheit kennen und eine persönliche Beziehung mit dem wahren Gott und Schöpfer dieser Welt haben, sind so oft ignorant. Wie viel wissen wir von der Bibel? Nutzen wir das Privileg, unserem liebenden Vater unsere Sorgen zu übergeben und Ihn in unserem Leben wirken zu lassen?
Kurz darauf hatten wir Besuch von Open Doors und Voice of the Martyrs, es hat mich schockiert, diese Vorträge zu hören! In der Geschichte der Christenheit sind 71 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens an Jesus gestorben, und mehr als die Hälfte, genauer 45 Millionen, im 20. Jahrhundert!!!
Und das sind unsere Geschwister im Glauben! So etwas darf uns nicht kalt lassen, schließlich sind wir ein Leib, und wenn ein Teil davon leidet, leidet der ganze Körper. Deswegen war es so ein Privileg, während der Gebetsnacht für diese Geschwister einzustehen! Ich will euch ermutigen, sie nicht zu vergessen, sondern regelmäßig für die verfolgte Kirche zu beten!
Wie es weiter geht…
Das EMI neigt sich schon langsam dem Ende entgegen, genauer gesagt bleibt nur noch ein Monat übrig. Danach werde ich einfach in den Ministries mitarbeiten, aber ich habe keinen Unterricht und vor allem keine Hausaufgaben mehr. Allerdings werden auch einige meiner Mitstudenten nach Hause zurückkehren und es wird mir ziemlich schwer fallen, nach einer so langen und intensiven Zeit des Zusammenlebens Tschüss zu sagen. Die Abschlussfeier wird am 25. Oktober sein, bis dahin wartet noch eine große Konferenz in Concepción als Nachfolge des Schiffsbesuches und unser gemeinsames Projekt, die Mauer hier zu bemalen. Und wir werden uns näher mit anderen Weltreligionen beschäftigen und einen Bahai-Tempel besuchen. Also noch ein paar spannende Erlebnisse in Aussicht!
Aber noch vor der Abschlussfeier werdet ihr wieder von mit hören:)
Bis dahin wünsche ich euch Gottes reichen Segen!
Saludos,
Rabea
Gebetsanliegen
Bitte
- Für Jaime, den Ehemann unserer Gastmutter Paulina, dass er zum lebendigen Glauben findet
- Für die Konferenz nächstes Wochenende, dass dort Menschen mobilisiert werden, zu den Unerreichten zu gehen
- Für die verfolgten Christen weltweit
- Für jeden einzelnen der Studenten in ihren Überlegungen für die Zukunft
Danke
- Für die unglaublich gesegnete Woche im Outreach bei den Mapuche
- Für die Gebetsnacht, die sehr gut verlaufen ist
- Für die Lehrer, die ihre Zeit geben, um uns über verschiedene Dinge zu unterrichten
- Für Gottes Wirken hier in Chile und die Christen, die in Mission interessiert sind
Danke!
Vielen lieben Dank für eure Gebete!
Danke, dass ihr meinen Rundbrief bis zum Ende durchgelesen habt
und dass ihr in Gedanken bei mir seid.
Danke, dass ihr zu mir steht und wir zusammen den Leib Christi bilden.
Vielen lieben Dank an alle, die mich finanziell unterstützen!
Ich sehe hier immer wieder, dass Personen in die Mission gehen wollen und ein
offenes Herz dafür haben, aber die finanzielle Unterstützung fehlt.
Danke, dass ihr mich so treu unterstützt und beitragt, dass ich hier viel über Mission lernen darf






